IGS Erfurt im Einsatz: Eine Schülerin mit Schreibblock und zwei Schüler in Gummistiefeln untersuchen die Gera.
Foto: Ines Wittig

IGS Erfurt auf Flusserkundungstour

Am 7.10.2016 erkundeten auch die Schülerinnen und Schüler des Natur- und Technikkurses der Staatlichen Integrierten Gesamtschule Erfurt „ihren“ Fluss.  Die Gera im Erfurter Norden wird renaturiert, auch die Ufer werden dadurch wieder zugänglicher. Was man an so einer Stelle alles entdecken kann, darüber berichten die Schülerinnen und Schüler hier nun selbst:

Wir stellen uns vor


Wir sind der NT (Natur und Technik) – Kurs der Integrierten Gesamtschule Erfurt. NT ist wie DuG (Darstellen und Gestalten) oder wie Französisch oder Russisch als zweite Fremdsprache, ein Wahlpflichtfach ab Klassenstufe 7. Wir, 17 Schüler der Klassenstufe 8, haben uns für NT entschieden, weil wir in diesem Fach mehrere verschiedene Projekte durchführen, bei denen wir praktisch tätig sind und auch viel Zeit in der Natur verbringen.

Wir beschäftigen uns in diesem Schuljahr neben den Lerninhalten „Gebisstypen / Esskulturen / Ernährung“; „Küchengeräte und ihr Einsatz“; „Bewegung und Mobilität“ auch mit der Thematik „Wasser“. Deshalb meinen wir, dass dieses Flussprojekt „River Links“ optimal in unseren schulinternen Lehrplan für das Fach NT passt und freuen uns auf einen interessanten Austausch mit euch!

Unser Motto:

„Unsere Gera-ein Naherholungsziel, welches erhalten bleiben muss.“

 

Der Projekttag: Unser Fluss – die Gera und wir

Text und Fotos von Alyssa Zöller

Am 7. Oktober haben wir als NT-Gruppe einen Projekttag an unserem Fluss, die Gera, durchgeführt. Wir haben uns mit den Fahrrädern 8:25 Uhr auf unserem Schulhof getroffen. Als alle da waren, sind wir losgefahren zur „Straße der Nationen“. Dort haben wir uns ca. 9:00 Uhr mit Frau Wittig von der Deutschen Umwelthilfe getroffen. Der Treffpunkt war an der Gera (siehe Foto). Zu Beginn haben alle Beteiligten sich vorgestellt. Frau Wittig hat allen Schülern dann eine Postkarte gegeben und wir sollten zu dieser Karte unsere Gedanken äußern. Danach hat uns Herr Gunkel vom Flussbüro noch etwas Interessantes über die Gera erzählt. Als er fertig war, haben wir uns in den Gruppen zusammengefunden.

Es waren 5 Gruppen:

  1. Chemisch-physikalische Gewässeruntersuchung
  2. Bestimmung der biologischen Gewässergüte
  3. Experimente an Bach und Aue
  4. Unser Fluss – die Gera
  5. Blog-Arbeit

Jede Gruppe musste ihre Aufgabe erledigen. Die erste Gruppe musste chemische Bestimmungen durchführen. Die zweite Gruppe musste Bestimmungen aufgrund makroskopisch-biologischer Feldmethoden und der Pflanzen am Fluss durchführen. Die dritte Gruppe musste eine Minikläranlage bauen.
Die vierte Gruppe musste herausfinden, wie sich die Gera in den Ort und in die Landschaft eingebunden hat. Die fünfte Gruppe musste Fotos vom  Projekttag schießen. Also hatte jeder etwas zu tun. Frau Wittig und Herr Gunkel haben uns dabei unterstützt. Um 11:00 Uhr kam Franziska Gräfenhan von der Presse. Sie hat uns dann befragt, was wir so machen und ob uns dies gefällt. Das, was sie aufgeschrieben hat, war am nächsten Tag in der Zeitung. Um 12:00 Uhr waren wir dann alle fertig und sind zurück zur Schule gefahren. Dort haben wir dann erstmal eine Pause gemacht. Dann sind wir in unseren Biologieraum  gegangen. Dort haben wir dann unsere Ergebnisse mit Hilfe eines Plakates präsentiert. Um ca. 14:00 Uhr waren wir dann fertig und durften nach Hause gehen. Auch wenn es nicht so schönes Wetter war, war dieser Tag erlebnisreich und lustig. Wir haben an dem Tag viel gelernt und erlebt. 🙂

 

Chemisch-physikalische Gewässeruntersuchung

Text und Foto von Janne Mika Hartmann

Die Temperatur des Wassers hat Auswirkungen auf die Abbauleistung der  Mikroorganismen und die Fotosynthese- leistung. Des Weiteren hat sie Auswirkungen auf die Löslichkeit von Gasen Sauerstoff und Kohlendioxid. Wenn die Temperatur steigt, kommt es in Gewässern schnell zu Sauerstoffmangel und dies fördert das Wachstum von Bakterien und Algen, die bei hoher Wassertemperatur sich schneller ausbreiten.

Der Sauerstoffgehalt sollte nah am Sättigungswert liegen. Wenn dies nicht so ist, führt dies bei Fischen zu Verhaltensstörungen und sie werden geschwächt, wodurch sie von Parasiten heimgesucht werden. Alle Lebewesen sind auf Sauerstoff angewiesen. Sauerstoffmangel wird durch den bakteriellen Abbau organischer Substanzen verursacht. Der pH-Wert gibt den Säuregehalt des Wassers an. Wasser enthält positiv geladene Wasserstoff-Ionen und negativ geladene Hydroxid-Ionen. Sind mehr Wasserstoff-Ionen als Hydroxid-Ionen im Wasser, sinkt der pH-Wert. Das Wasser wird sauer. Saures Wasser kommt zum Beispiel in Mooren vor.

Der Stickstoff ist ein wichtiger Nährstoff. Stickstoff wird beim Abbau von organischer Materie im Wasser freigesetzt. Nitrat ist ein Endprodukt des Eiweißabbaus im Wasser. Die elektrolytische Leitfähigkeit ist ein Maß für die Menge der gelösten Ionen im Wasser. Gemessen wird mit einer Elektrode in der Einheit µS/cm.

Unsere Ergebnisse:

Parameter Messergebnis Index Normwert Wichtung Index x Wichtung
Sauerstoffgehalt [mg/l] 10,0  —
Sauerstoffsättigung in % 94 100 0,3 28,2
elek. Leitfähigkeit

[µS/cm]

740 35 150 0,1 3,5
Nitrat [mg/l] 10 70,5 0 0,3 21,15
pH-Wert 7,0 98,5 7,25 0,1 9,85
Temperatur [°C] 11,1 100 <15 0,2 20

Indexzahl: 82,7->Gewässergüte Note 2

 

Bestimmung der biologischen Gewässergüte

Text und Fotos von Simon Wessig

Wir haben zu Beginn die Laubbäume und Sträucher bestimmt, die an der Gera wachsen. Es sind Hagebutten, Pappeln, Holunder, Weide, Erle, Kastanie und  Brennnesseln. Außerdem haben wir den Geruch der Gera bestimmt. Sie ist fast geruchslos.

Das Wasser der Gera ist leicht getrübt. Die Steine, die es in der Gera gibt, sind flächenhaft mit Algen überzogen und die Unterseite der Steine ist gering schwarz gefärbt. An diesem Tag waren es ca. 10°C Lufttemperatur. Die Wassertemperatur  betrug an dem Tag ca. 11°C. In Ufernähe war das Wasser ca. 15 cm tief. Die Tiefe in der Flussmitte beträgt ca. 1,50m.

Danach haben wir die Gera vermessen. Sie ist ca. 20 m breit. Wir warfen einen kleinen Stock ins Wasser. Er musste 10 m die Gera hinunter treiben. Die Zeit, die er dafür brauchte, betrug 48 s. Der Stock ist also mit 0,75 km/h den Fluss hinunter getrieben.

Der Fluss ist leicht gekrümmt und es gibt keine Hindernisse. Unser Fluss gehört zu der Gewässerstrukturgüteklasse 2. Mit Hilfe eines Keschers haben wir winzige Tierchen ausgesiebt.

Wir fanden

16 Spitzschlammschnecken
1 rote Zuckmückenlarve
1 Tellerschnecke
1 Schlammröhrenwurm.

Das Highlight war, dass wir einen Mink gesehen haben.

 

 

Experimente an Bach und Aue

Unsere Aufgabe war das Bauen einer Mini-Kläranlage. Wir benötigten dafür:

  • 4 Joghurtbecher
  • Kies
  • grober Sand
  • feiner Sand
  • Filterpapier
  • Glas

In den ersten Becher haben wir Kies eingefüllt. Der zweite Becher wurde mit groben Sand gefüllt. In den dritten Becher wurde feiner Sand gefüllt. Am Ende legten wir in den letzten Becher Filterpapier. Nun wurde Wasser aus der Gera geholt und in unsere Mini-Kläranlage gegossen. Durch mehrmaliges Filtern haben wir bemerkt, dass das Wasser immer klarer geworden ist.

 

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