Schüler des Gymnasiums Norf im bach
Foto: A. Hölzer

Gymnasium Norf nimmt den Norfbach unter die Lupe

Am 12.9.2016 bezogen Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Norf für einen Tag ein „Blaues Klassenzimmer“ – drei Stationen am Norfbach wurden untersucht. Was sie über Pflanzen, Tiere, Müll und Gewässerstruktur herausfanden, darüber berichtet hier das Blogger-Team der Klasse 7:

Unser Motto

Projekt Norfbach – Ein Gewässer gestern, heute und morgen

Vorbereitung: Erste gemeinsame virtuelle Norfbach Erkundung

An einem normalen Schultag Anfang September 2016 fingen wir (die Klasse 7e) an, im Internet über den Norfbach zu recherchieren. Wir bekamen verschiedene Aufgaben, wie die. nach der Mündung und der Quelle zu suchen, oder jene, das wir nachvollziehen sollten, wohin das Wasser, das im Norfbach fließt, irgendwann einmal gelangt.

Die „Quelle“:

Bei der Suche nach der Quelle des Norfbachs kam heraus, dass es eigentlich gar keine Quelle im herkömmlichen Sinn gibt. Der Norfbach entsteht an einer Stelle aus mehreren anderen Bächen in einer Höhe von etwa 47m ü. NN. Und auch diese Bäche schienen in den Karten und Satellitenbildern keine klare Quelle zu haben. Daher haben wir ein wenig recherchiert und festgestellt, dass das Wasser, das durch den Norfbach fließt, heutzutage mit Hilfe von Pumpen künstlich eingespeist wird. Früher sickerte das Wasser aus dem Grundwasser in den Graben, der einmal Teil einer Entwässerung des sehr versumpften Gebietes im heutigen Neusser Süden war. Doch irgendwann fielen diese Gräben trocken – warum müssen wir noch herausfinden.

Die Mündung:

Die „Mündung“ des Norfbachs, den manche Einheimische auch „die Norf“ nennen, befindet sich auf einer Höhe von 35m ü. NN. Das Wasser des Norfbachs, der eine Länge von 19.9km hat und dessen breiteste Stelle nur etwa vier Meter beträgt und der selten mehr als 3 Meter breit ist, fließt in die Erft, nur wenige Kilometer bevor diese in den Rhein mündet. Der Höhenunterschied zwischen „Quelle“ und Mündung beträgt also nur 12 Meter und damit deutlich unter einen Meter pro Kilometer (60.3cm pro Kilometer).

Wohin fließt „unser“ Wasser?

Nachdem wir Quelle und Mündung recherchiert hatten, arbeiteten wir heraus, wohin das Wasser fließt. Wir wussten da ja schon, dass der Norfbach in die Erft mündet, welche ihrerseits in den Rhein fließt. Der Rhein fließt von uns aus Richtung Nordwesten und mündet in den Niederlanden in einem Delta (dem Rhein-Maas-[Schelde]-Delta) in die Nordsee. Die Nordsee wiederum ist ein Randmeer des Atlantiks. Letztlich landet unser Wasser also im zweitgrößten Ozean unserer Erde.

Der erste Projekttag: Am Norfbach

Am Montag, den 12. September 2016 erforschte unsere Klasse, die 7e, mit Frau Hölzer, einer Expertin auf dem Gebiet Landwirtschaftsökologie, und unseren Klassenlehrern, Frau Pfeiffer und Herr Dr. Zühlke, den Norfbach.
Nach einer kurzen Einweisung fuhren wir mit unseren Fahrrädern zum Norfbach.

Im Laufe des Tages kamen wir zu drei Stationen:

  • Am Gymnasium Norf
  • Am Spielplatz bei Derikum
  • Unter der Autobahnbrücke der A57

1. Station: Hinter dem Gymnasium Norf

An der ersten Station fanden wir starke Eingriffe in die Struktur des Flusses, wenige Tiere im Wasser und so gut wie keine Pflanzen im Wasser vor. Außerhalb des stark beschatteten Gewässers wurde ein Park angelegt. Am Boden des Baches war ca. 1m tief Faulschlamm.

2. Station: Beim Spielplatz Derikum

An der zweiten Stelle wurde dem Bach selbst freier Lauf gelassen. Am Ufer jedoch gab es starke Eingriffe in die Natur. So sah man in der Nähe einen Spielplatz und ein paar Häuser. Außerdem fand man in einer kleinen Grube Überbleibsel von Abfall von vorherigen Besuchern des Baches. Dennoch fand man hier viele Pflanzen, mehr und größere Tiere (z.B. kleine Fische) im Wasser. An dieser sonnigen und schmalen Stelle des Baches war eine viel bessere Wasserqualität als an der 1. Station.

3. Station: Unter der Autobahnbrücke A57

Die dritte Stelle war völlig gerade und war an den Seiten mit Beton eingefasst. Weiter dem Flussverlauf folgend, fand man eine Stelle ohne künstliche Eingriffe. Jedoch fand man auch hier unerwünschte Gegenstände. Tiere waren hier nur wenige zu finden, weil das Wasser teilweise nur wenige Zentimeter tief war. Im Wasser selber waren keine Pflanzen, aber die Umgebung war stark bewachsen.

Auswertung: Problemzonen des Norfbachs: Wie geht es weiter? – Unsere projektierten Fragen

Befund:

Wir, die Klasse 7e, haben einen Ausflug zum Norfbach gemacht. Dabei merken wir, dass es dem Norfbach zurzeit nicht gut geht. Er ist sehr verdreckt, das Wasser ist stellenweise schon optisch unrein und dadurch, dass das Wasser direkt hinter unserer Schule in einem breiten Bereich kaum noch fließt und außerdem von vielen Bäumen überdeckt wird, hat sich auf dem Grund eine dicke Faulschlammschicht gebildet, die das Gewässer auch etwas unangenehm riechen lässt. Aufgrund dieses Befundes haben wir uns überlegt, was wir in der nächsten Zeit untersuchen können, aber auch, was wir anregen möchten und wie wir uns bei weiteren Erkundungen verhalten wollen.

Themen, die uns interessieren:

  • Warum ist das Wasser so, dass es schädlich oder sogar lebensgefährlich für die Tiere im Wasser ist? Liegt es an Abfall, der hineingeworfen wird, oder an verbotenen Einleitungen (Ölfilm an einer Stelle auf dem Wasser!)? Ist Überdüngung durch die Landwirtschaft schuld? Oder ist der in seinem Ursprung bereits künstliche Norfbach als jahrhundertealter Entwässerungskanal schlicht nicht geeignet dafür eine ökologisch sinnvolles (Fließ-?)Gewässer zu sein?
  • Wieso ist die Strömung (Wassergeschwindigkeit) an verschiedenen Stellen so unterschiedlich? Kann die Fließgeschwindigkeit insgesamt erhöht werden? Und ist das überhaupt sinnvoll und hilft dem Ökosystem?
  • Was trägt die Stadt zur Hilfe für den Norfbach bei, und wieviel Interesse zeigt die Verwaltung für den Bach?

Was wollen WIR bei unseren zukünftigen Beobachtungen anders/besser machen?

Wenn wir uns wieder zum Norfbach begeben, wollen wir nicht nur beobachten, wir wollen auch selbst etwas machen, dem Norfbach und seinem komplizierten, vom Menschen gemachten und uns doch so natürlich vorkommenden Ökosystem aktiv und positiv handelnd gegenüberstehen. Bei unserer ersten Erkundung haben wir viel Müll gesehen, den wir erfasst haben, der aber an Ort und Stelle zurückgeblieben ist. Das fanden wir doof. Wir wissen zwar, dass wir nie in der Lage sein werden, den Norfbach zu reinigen, aber zumindest den Müll und Dreck, den wir bei den Erkundungen ohnehin in der Hand haben, wollen wir beseitigen. Also werden wir nächstes Mal Müllbehälter mitnehmen, um diesen entsorgen zu können.

Außerdem wollen wir uns, wie jetzt schon mit Herrn Wörhoffgeschehen (Bericht demnächst hier), öfter mit Experten treffen. Manches ist schon gemacht worden, so dass wir nicht die gleiche Arbeit noch einmal machen müssen, sondern neue Dinge erforschen können und uns mehr darauf konzentrieren nachhaltig ein Bewusstsein für unseren Fluss und seine Bedeutung als (halb-)natürlichen Lebensraum und Naherholungsort zu schaffen.
Gruppe:
Florian, Oli, Nelson, Tim, Leo, Sophia, Moritz.k, Imogen

 

Zum Schluss noch ein paar persönliche Eindrücke: So fanden wir unseren Tag an der Norf – „Ein Blitzlicht“

„Wir haben die Norf neu kennengelernt. Der ganze Schlamm war mir neu.“ (Sophia)

„Ein interessanter Tag, der Spaß gemacht hat.“ (Imogen)

„Ich wußte nicht, dass es so starke Unterschiede in der Struktur der Norf gibt.“ (Marie)

„Eine gute, aber feuchte Angelegenheit!“ (Nelson)

„Schön, lustig und wir haben neue Tiere beobachtet und kennengelernt.“ (Florian)

„Wir haben auch etwas Müll beseitigt.“ (Oliver)

„Wir konnten verschiedene Aspekte des Norfbachs erforschen.“ (Leo)

„Dadurch dass wir in den Fluss durften, haben wir die Norf besonders kennengelernt. Ich war vorher noch nie im Norfbach.“ (Nils)

„Wir haben etwas gemeinsam als Klasse gemacht. Das war schön!“ (Viki)

 

 

3 Kommentare

  1. Klasse Projekt. Es hat allen Kindern viel Spaß gemacht und ist etwas ganz anderes als „trockener“ Unterricht im Klassenraum. Ich hätte mir dies selbst für meine Schulzeit gewünscht.
    Unser Sohn freut sich schon auf Teil II

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